Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

Heute beginnt die alljährliche Gebetswoche für die Einheit der Christen, die unter dem Motto steht: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ (Apg 28,2)

Die Gebetswoche zeigt mir, dass- obwohl wir „in Christus eins“ sind, wir diese Einheit noch nicht bis in ihre letzte Konsequenz leben und daher das Gebet: „Dass alle eins seien“ an Aktualität nicht verloren hat.

Herzlich danken möchte ich daher allen, die im Jahr 2019 sich für das Miteinander der Christinnen und Christen in Münster und darüber hinaus eingesetzt haben und damit ein lebendiges Zeugnis SEINER Gegenwart unter uns gaben und geben.

Mein besonderer Dank gilt dabei den Delegierten der 19 verschiedenen Konfessionen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster, die durch Ihr Miteinander ein deutliches Zeichen gesetzt haben, dass wir eins in CHRISTUS sind, welches alle Christen und Christinnen einschließt und das besonders in der gemeinsamen Feier des ökumenischen Festes am Pfingstmontag, auf dem Domplatz in Münster, sichtbar wurde.

Viele kleine Schritte in der ACK haben in 2019 dazu geführt, dass Einheit punktuell erfahrbar werden konnte.

Einige Beispiele, die sicherlich ergänzungsfähig sind, möchte ich hier - in zeitlicher Reihenfolge - aufführen:

Am 20.01.2019 fand zur Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die unter dem Thema stand: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit,- ihr sollst du nachjagen“ eine ökumenische Vesper im Hohen Dom zu Münster statt, in der Bischof Dr. Felix Genn eine eindrückliche Predigt zum Thema der Gebetswoche hielt.

Zum jährlichen Gedenktag der Opfer des NS-Staates waren die Bürger der Stadt am 28.01. zur Kranzniederlegung am Gedenkstein am „Zwinger“ und zu einem sich anschließenden ökumenischen Gottesdienst in der Apostelkirche eingeladen.

Am 22.02.wurde die Stadtgesellschaft aus gegebenem Anlass zu einem ökumenischen Friedensgebet, das vom Stadtdekanat Münster, dem evangelischen Kirchenkreis Münster und der ACK Münster initiiert worden war, in die Lambertikirche eingeladen. Die Einladung fand eine starke Resonanz.

In der jährlich stattfindenden „Woche gegen Rassismus“ war ich am 23.03. zu einer Veranstaltung in die DITIB-Zentralmoschee eingeladen, um ein Grußwort zu sprechen und die Arbeit der ACK vorzustellen.

Am Sonntag, 07.04. besuchten mein Stellvertreter und ich spontan einen Gottesdienst in der Neuapostolischen Gemeinde in Münster, um diese, die einen Antrag auf Gastmitgliedschaft in der ACK gestellt hatte, näher kennen zu lernen.

Am Palmsonntag lud die Niederländische Kirche in Deutschland zur Einführung ihres neuen Pfarrers, Jan Adriaanse zum Gottesdienst und in die Johanneskapelle und anschließenden Begegnung ein. Unserer Mitfreude konnten wir durch die Anwesenheit einiger Vorstandsmitglieder und Delegierter der ACK Ausdruck verleihen.

In der 225. Delegiertenkonferenz, am 22.05., wurde die Neuapostolische Kirche- Gemeinde Münster- als Gastmitglied in die hiesige ACK aufgenommen.

Einen weiten Raum nahmen im ersten Halbjahr die Termine zur Vorbereitung des Ökumenischen Festes am Pfingstmontag ein. Das gut besuchte Fest am 10.06.hatte mehrere Highlights, die bereits auf der Homepage nachempfunden werden können. Erneut erwähnen möchte ich die Kunstaktion, die der Künstler und Pfarrer Thomas Schulz mit Unterstützung des Ökumenischen Arbeitskreises MS-Süd-Ost durchführte. Das dabei mit vielen Besuchern des Festes entstandene 2 X 15 Meter große Bild, das auch in der abschließenden Vesper im Dom für einen Höhepunkt sorgte, kann von Interessenten gern bei Pfarrer Schulz ausgeliehen werden, ja, es ist sogar käuflich bei ihm zu erwerben. (Kontakt: Pfarrer Thomas Schulz, Te. 02506 3039400- schulz-t@bistum-muenster.de)

Vom 19.-23. Juni fand in Dortmund der evangelische Kirchentag statt, der unter dem Leitwort stand: „was für ein Vertrauen“.

Auch das Thema „City-Pastoral“, das nach dem Ende der 10- Minutenandachten eine Zeitlang in den Hintergrund getreten war, konnte im Lauf des Jahres durch einige Vernetzungstreffen mit anderen, in der City-Pastoral aktiven Institutionen, wieder ins Bewusstsein der ACK kommen. Weitere Treffen und Gespräche innerhalb der ACK sollten eine Möglichkeit eruieren, wo die Gaben der ACK heute sinnvoll eingebracht werden. Da es bereits viele Angebote in der Stadt gibt, will das gut bedacht sein.

Am Fest der Apostel Petrus und Paulus, 29.06., feierte der ehemalige Vorsitzende, der ACK-MS, Klaus Wirth, in der St. Bernhard-Kirche sein Goldenes Priesterjubiläum. Einige Delegierte, die ihn in der Funktion des Vorsitzenden noch in guter Erinnerung hatten, waren zum Gottesdienst und zur anschließenden Begegnung erschienen. Da Pfarrer Wirth für die ACK nicht nur den Christlich-Islamischen Arbeitskreis in Münster mitbegründet hat, sondern auch heute dort noch aktiv mitwirkt, schenkten wir ihm zu seinem Jubiläum eine Koranübersetzung und die neue Einheitsübersetzung der Bibel, damit er auch weiterhin fundiertes Wissen aus diesen wichtigen Schriften präsent haben kann.

Zu Beginn der Sommerferien wurden auch in 2019 wieder - bis zum Ferienende - an allen Samstagen in der Autobahnkapelle, MS-Roxel, Andachten, Gespräche und Segnungen angeboten, die von den Reisenden sehr gut angenommen wurden.

Beim Interkulturellen Fest, am 28.September war die ACK gleich an drei verschieden Orten aktiv: ökumenischer Gottesdienst (hierzu sind eine Predigt und ein Grußwort nachzulesen); am Stand des CIAK auf dem Platz des Westfälischen Friedens, sowie beim Begegnungsfest „Franziskus trifft den Sultan in Münster“, im Begegnungszentrum Meerwiese in Coerde.

Am 03.10. stand der, jährlich wiederkehrende, Tag der Offenen Moschee, der in diesem Jahr vom Christlich-Islamischen Arbeitskreis (CIAK) in der DITIB-Zentralmoschee mit den Moscheegemeinden des Kreises und einem Sufiorden, sowie den Christen der ACK-Kirchen vorbereitet und gestaltet wurde, unter dem Thema: „Heimat mehr als ein Ort“. Für die Christen sprach Superintendent Ulf Schlien, der leider wenige Tage später verstarb, ein eindrückliches Grußwort, das ebenfalls in Auszügen im Archiv der Homepage nachgelesen werden kann. Die Begegnungen, die an einem solchen Tag zwischen den Vertretern der Moscheegemeinden und den Gästen ermöglicht werden, unterstützen seit vielen Jahren das Bemühen um ein gutes Miteinander der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Münster.

Der 24.Oktober ist jährlich Anlass, des Abschlusses des Westfälischen Friedens 1648 in Münster und Osnabrück im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes zu gedenken und für Frieden in der heutigen Zeit zu beten. Da am 25.Oktober jeweils in Osnabrück ebenfalls in einem ökumenischen Gottesdienst diesem Ereignis Rechnung getragen wird, und die beiden Arbeitsgemeinschaften in Münster und Osnabrück sich seit vielen Jahren einmal im Jahr wechselweise in Osnabrück oder Münster zum Austausch treffen, hielt in 2019 der Superintendent von Osnabrück, Dr. Joachim Jeska die Predigt in Münster, und der Münsteraner Superintendent wollte in Osnabrück predigen, was nun durch seinen plötzlichen Tod nicht möglich war. Hier sprang dann der Osnabrücker Superintendent selbstverständlich ein und übernahm auch die Predigt in Osnabrück. Ein sehr schönes Zeichen von Gemeinschaft, das erwähnt zu werden verdient.

Erwähnung finden sollte auch das Treffen der Vertreter*innen der Religionsgemeinschaften, zu dem jährlich die Oberbürgermeister von Münster bzw. Osnabrück einladen, und das am 29.Oktober im Münsteraner Rathaus stattfand. 2020 wird dieses Treffen dann im Rathaus von Osnabrück sein.

Schon seit vielen Jahren engagiert sich die ACK auch in Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge in der Vorbereitung und Durchführung des ökumenischen Gedenkgottesdienstes an die Verkehrsopfer, der am 02.11.2019 in der Lambertikirche unter dem Thema: „AppGelenkt“ stand.

Auch die Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zur Teilnahme am jährlichen Gedenken an die Reichpogromnacht (1938) in der Synagoge nahm die ACK aus Solidarität zu unseren Jüdischen Schwestern und Brüdern in Münster an. Das Gedenken fand bereits am 08.11. statt, da der eigentliche Gedenktag, der 09.11. in diesem Jahr auf den Sabbat fiel.

In der 227.Delegiertenkonferenz, am 21.November, überreichte der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Münster, Frank Kohlmeyer, einen Antrag seiner Gemeinde auf Vollmitgliedschaft in der ACK. Über diesen Antrag wird die Konferenz in ihrer Sitzung im Februar 2020 entscheiden. Da die FeG bereits seit Beginn der ACK (1971) als Gastmitglied aktiv die Anliegen der ACK mitgetragen hat, dürfte der Aufnahme als Vollmitglied nichts entgegen stehen.

„Alle Jahre wieder“- seit 1986- findet am Montag nach dem 1.Advent, der German-English Christmas Carol Service statt, der dazu führt, dass der Dom sich bereits ab 16.00 Uhr zu füllen beginnt und ab 17.00 Uhr nur noch Stehplätze zur Verfügung stehen, bis dann um 18.00 Uhr mit (in 2019) dem Huldigungsmarsch von Edward Grieg, gespielt vom Luftwaffenmusikkorps Münster, der Gottesdienst beginnt. 7 Lesungen erfolgen abwechselnd in deutscher und englischer Sprache; dazwischen singt die Gemeinde adventliche und weihnachtliche Lieder in englischer und deutscher Sprache. Dieser Abend gibt eine gute Möglichkeit, sich, jenseits der Vorweihnachtlichen Geschäftigkeit in der Stadt, auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Der stets überfüllte Dom zeigt, dass diese Form der Liturgie gern angenommen wird.

Der Integrationsrat lädt jährlich zu einem Friedensfest ins Rathaus ein, in dem sich die Angehörigen der verschiedenen Nationen, die in Münster leben, sehr eindrucksvoll mit ihren „Gaben“ einbringen. Auch dazu erging eine Einladung an die ACK; das Fest fand am 13.Dezember statt.

Soweit der Rückblick auf das Jahr 2019.

Das Jahr 2020 beginnt ökumenisch mit der Gebetswoche für die Einheit der Christen, wo das Domkapitel am 19.01. um 15.00 Uhr zur Vesper unter dem Thema der Gebetswoche einlädt.

Am 13.01.2020 habe ich nach 18 Jahren die Rolle der christlichen Sprecherin im CIAK abgegeben in der Hoffnung, dass sich in Kürze eine Nachfolge finden sollte. Der Dialog zwischen Christen und Muslimen ist ein unverzichtbares Gut in unserer Stadt und wurde 1995 durch die ACK initiiert.

Am 19.01.2020 wird Pfarrer André Sühling, der seit einigen Jahren Delegierter der römisch-katholischen Kirche in der ACK ist, in sein Amt als neuer Pfarrer der Kirchengemeinde Liebfrauen- Überwasser eingeführt werden. Die ACK gratuliert ihm zu dieser Aufgabe und wünscht ihm hierzu GOTTES reichen Segen.

Am 27.01.2020 begehen wir- 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz- den Gedenktag der Opfer des NS-Staates. Nach der Kranzniederlegung am Zwinger (16.00 Uhr), findet um 16.30 Uhr der ökumenische Gedenkgottesdienst in der Apostelkirche statt, der unter dem Leitwort stehen wird: „Herr, zeige mir Deine Wege, lehre mich Deine Pfade“ (Psalm 25,4) In diesen Tagen ist die Aktualität dieser Bitte unübersehbar

Das Jahr 2020 bietet der Neuapostolischen Gemeinde in Münster Anlass, ihr 100-jähriges Bestehen zu feiern und dazu am 02.02.2020 zu ihrem Gottesdienst um 10.00 Uhr in die Kirche, Breite Gasse 32/33 in Münster einzuladen. Anschließend findet die Möglich zum Austausch und zum gegenseitigen Kennenlernen statt.

Am 08.Mai dürfen wir dankbar auf die Beendigung des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren zurückblicken. (Näheres dazu wird zu gegebener Zeit hier veröffentlicht werden.)

Der Pfingstmontag 2020 (01.06.) wird in diesem Jahr nicht auf dem Domplatz, sondern dezentral in den Gemeinden vor Ort begangen werden.

Vor den Sommerferien wird, nach einer routinemäßigen Neudelegation der Konferenz und Neuwahl des Vorstands, ein Wechsel innerhalb der ACK stattfinden.

Schon jetzt möchte ich allen ausscheidenden Delegierten für ihren Einsatz für die Ökumene danken.

Annethres Schweder (Vorsitzende der ACK)